Paare machen 24/7-Standortteilen zum Teil des Alltags

Der dänische Sender TV 2 beschreibt ein Paar, das seit zwei Jahren rund um die Uhr seinen Standort teilt. Was nach einem besorgten Abend begann — der Freund schlief unerreichbar auf der Arbeit ein — ist heute Alltagsinfrastruktur: Sie schauen in Find My iPhone, um das Abendessen auf den Heimweg des anderen zu timen, nicht zur Kontrolle. Eine Paartherapeutin nennt Standortteilen ‚ein sehr mächtiges Werkzeug‘ und rät zu einem klaren Gespräch über das Warum — oft stecke Eifersucht und Unsicherheit dahinter.

Bemerkenswert ist die Normalisierung. Eine Überwachungsfunktion wird als Fürsorge und Bequemlichkeit in gewöhnliche Intimität eingebaut — und die Therapeutin erwartet, dass es sich ausbreitet, wenn eine Generation, die Freunde über Snapchat verfolgt, die Gewohnheit in die Liebe mitnimmt. Ihr Einwand sitzt tief: Es ist Absicherung, angewandt auf eine Beziehung — ‚ein Griff, mit dem wir etwas kontrollieren wollen, das sich nicht kontrollieren lässt.‘

Also…: Wo verläuft in deinem Angebot die Grenze zwischen Fürsorge und Überwachung?

Quelle:

tv2.dk

Bild:

Santeri Viinamäki / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)