Ein Armband, das Gebärdensprache in gesprochene Worte übersetzt, hat den Rimowa Design Prize 2026 gewonnen. Es heißt Nura und stammt von den deutschen Designstudenten Samuel Nagel und Paul Feiler. Über EMG-Sensoren am Unterarm liest es die Muskelsignale beim Gebärden und wandelt sie in Sprache um — während gesprochene Worte für gehörlose Menschen in lesbaren Text übersetzt werden. Das Preisgeld von 20.000 Euro erhielten die beiden am 11. Mai im Berliner Kulturforum.
Bemerkenswert ist die Form. Nura ist einer Manta nachempfunden und wird wie ein elegantes Accessoire getragen — ein bewusster Bruch mit dem klinischen Look von Hilfsmitteln. Das Design begreift Barrierefreiheit nicht als medizinisches Add-on, sondern als etwas, das man tragen möchte. Und es verschiebt leise die Frage, für wen ‚gutes Design‘ eigentlich da ist.
Also…:
Barrierefreiheit wird zu etwas, das man wählt, nicht nur zu etwas, das man braucht. Wie kannst du so gut für Inklusion gestalten, dass Menschen sich bewusst dafür entscheiden?
Quelle: dezeen.com
Bild: Rimowa Design Prize (Presse)