Marken entdecken, dass sie ‚Lore‘ haben

‚Lore‘ gehörte einst in Fantasyromane und Videospiele. Gen Z hat dem Wort ein neues Leben gegeben: Es meint nun die zufälligen, prägenden Details eines Lebens — schräge Kindheitserinnerungen, Familienfehden, vergangene Phasen — geteilt in sozialen Medien als ‚Lore Drops.‘ Die Jugendforscher von YPulse verfolgen den Aufstieg des Begriffs auf TikTok von Ende 2022 zu einem ausgewachsenen Trend, bei dem Creator persönliche Lore nutzen, um Nähe zum Publikum aufzubauen. Das Marketing zieht nach: Berater verkaufen inzwischen ‚Brand-Lore-Audits‘ und verweisen auf Fälle wie Telfar, dessen Tasche das Internet selbst ‚Bushwick Birkin‘ taufte — ein Name, den die Marke laufen ließ.

Interessant ist, woher die Geschichte kommt. Lore ist nicht die polierte Gründungserzählung der Marke; es sind die Spitznamen, Witze und wiederkehrenden Details, die ein Publikum selbst erfindet und weitererzählt. Das Asset gehört zur Hälfte der Menge — und die Disziplin besteht darin, zu bemerken und zu benennen, was bereits zirkuliert, statt etwas Neues zu inszenieren.

Also…:
Was sagen, taggen oder nennen deine Kunden dich bereits — das du nie benannt hast?

Quelle:

ypulse.com

Bild:

Solen Feyissa / Wikimedia Commons (CC BY-SA 2.0)